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Kaufberatung: Linear oder Zirkular?

Ein "normaler" Polfilter, der sich gemäß der Theorie verhält, ist linear. Er lässt nur Licht einer bestimmten Polarisationsrichtung durch, und dabei ist die Richtung des Lichtes egal.

Leider haben jedoch Belichtungsmesssysteme von Spiegelreflexkameras Schwierigkeiten mit linear polarisiertem Licht und können dann falsche Ergebnise liefern. Um dieses Problem zu umgehen, werden zirkulare Polarisationsfilter verwendet: Sie filtern zunächst ebenfalls Licht einer Polarisationsrichtung aus, aber "zirkulieren" die Polarisation in Richtung Kamera. Für die Messsysteme der Kameras ist das fast so gut, als würde das Licht unpolarisiert ankommen. Ein zirkularer Polfilter erfüllt vor dem Objektiv also denselben Zweck wie ein linearer, umgeht aber mögliche Messprobleme.

An den meisten digitalen Kompaktkameras und spiegellosen Systemkameras, die zur Belichtungsmessung ausschließlich ihren Bildsensor benutzen, funktioniert auch ein linearer Polfilter ohne Probleme. Zirkular muss der Filter nur sein, wenn die Kamera zusätzliche Messsensoren hat - wie es typischerweise bei Spiegelreflexkameras der Fall ist. Im Zweifelsfall, d. h. wenn das Messsystem der Kamera nicht genau bekannt ist, ist ein zirkularer Polfilter stets die sichere Wahl.

Zirkulare Polfilter sind theoretisch etwas teurer als lineare, aber der Preisunterschied ist nicht riesig - und die meisten Hersteller bieten nur noch zirkulare Filter an. Lineare Polfilter muss man heute mit der Lupe suchen; so stellt sich die Frage sich oft gar nicht mehr. Findet man doch mal günstig ein lineares Modell, sollte man vor dem Kauf die Arbeitsweise der verwendeten Kamera ermitteln (oder sich darauf einstellen, öfter mal von der Belichtungskorrektur Gebrauch machen zu müssen).

Polfilter allgemein - Polfilter (B+W) - Polfilter (Hoya) - Polfilter (Heliopan) - Polfilter (Haida)

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Man kann zirkulare von linearen Polfiltern ganz leicht unterscheiden, auch wenn sie nicht beschriftet sind: Ein linearer Polfilter funktioniert in beiden Duchlassrichtungen gleich, während der zirkulare Polfilter nur in der vorgesehenen Durchlassrichtung den polarisierenden Effekt zeigt. Versehentlich falschrum aufschrauben kann man aber auch den zirkularen Filter nicht, weil ja das Filtergewinde herstellerseitig an der korrekten Seite angebracht wurde.

In Aufbauten mit gekreuzten Polfiltern muss der Filter an der Lichtquelle immer linear sein. Meist benutzt man hierfür lineare Pol-Filterfolien.
Sinngemäß dasselbe gilt, wenn man zwei Polfilter aufeinanderschrauben will, um einen variablen Graufilter zu erhalten: Der äußere Filter muss linear sein, der zur Kamera zeigende kann auch zirkular sein.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: April 2016

Nächster Teil

Einführung und Funktionsprinzip

Entstehung und Ausbreitung von polarisiertem Licht

Praktische Anwendung von Polfiltern

Anwendungen: Spiegelungen beseitigen oder verstärken

Anwendungen: Farben und Kontraste verbessern

Anwendungen: Glitzern auf Ölbildern beseitigen

Anwendungen: Direkten Blitz entschärfen (Guerilla-Methode)

Anwendungen: sonstige

Kaufberatung: Linear oder zirkular?

Kaufberatung: Billig oder teuer?

Kaufberatung: Größe und Bauform

Fazit: Wann braucht man Polarisationsfilter wirklich?