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Software-Workflow

Die Aufnahme der Bilder erfolgte über Nikon Camera Control (ein Teil von Nikons Capture 4 Software). Damit lässt sich die D200 mit allen Einstellungen vom Computer aus fernsteuern, und man kann die aufgenommenen Bilder zeitnah in einem weiteren Programm am Bildschirm öffnen lassen. Die USB-Übertragung zum PC geht nicht so schnell wie das Speichern auf eine schnelle CF-Karte in der Kamera, aber für meinen Zweck (alle 2 bis 3 Sekunden eine NEF-Datei übertragen) reichte es aus.

Ich nutzte die Möglichkeit der zeitnahen Bildkontrolle insbesondere am Anfang zum Justieren der Kamera und später für Nachjustierungen. Für den eigentlichen Digitalisierungs-Ablauf ist sie nicht so wichtig. Allerdings blieb ich trotzdem bei der Direktübertragung, da das CF-Fach meiner Kamera durch eine dumm platzierte Schraube an meiner Eigenbau-Kameraplatte blockiert war und ich somit ohnehin den USB-Port der Kamera zur Übertragung hätte nutzen müssen, auch wenn ich auf CF fotografiert hätte.

Leider funktionierte die USB-Verbindung nicht zuverlässig und kostete mich einige Nerven: So ca. alle 150 Bilder kam es zum kurzzeitigen Ausfall der Verbindung, d. h. nach Füllung des Puffers verweigerte die Kamera weitere Aufnahmen. Nach Wiederherstellung der Verbindung wurde immerhin der Inhalt des Puffers tadellos zum PC überspielt, so dass ich keine Auslösung wiederholen musste. Trotzdem war es nervig. Da das Problem mit der Zeit immer häufiger auftrat, musste ich die Ursache doch abklären. Als Übeltäter erwies sich mein 5 Meter langes USB-Verlängerungskabel, denn nach dessen Austausch gab es nie wieder Verbindungsprobleme.

Ich fotografierte ausschließlich im NEF-Format. Anfangs hatte ich erwogen, gleichzeitig noch JPEGs zu speichern, aber das hätte die Übertragung zum PC weiter verlangsamt. Trotzdem wollte ich von allen aufgenommenen Bildern gleich unkorrigierte JPEGs haben. (Viele Bilder sind bereits ohne größere Farmkorrektur zu gebrauchen, und selbst für die anderen Bilder, wo ich letztlich wieder aufs NEF zugreifen muss, sind JPEGs eine gute Hilfe zur Vorauswahl.)

Für die ersten Serien ging ich den langsamen Weg: Ich konvertierte sie mit Nikon Capture stapelweise in JPEG (volle Auflösung, höchste Qualität). Allerdings erschien mir das dann zu umständlich und angesichts der geplanten Verwendung zu speicherintensiv. So ging ich dazu über, mit Hilfe des Preview Extractor nur noch die Vorschau-JPEGs der NEF-Dateien zu extrahieren (bei der D200 sind das Kamera-JPEGs in voller Auflösung und Basic-Qualität).

Dies beschleunigte meinen Workflow gleich zweifach: Das Extrahieren geht extrem schnell (100 Bilder in weniger als 10 Sekunden), und die Weiterverarbeitung dieser Basic-JPEGs mit knapp 1 MB Größe geht viel schneller als mit den konvertierten Versionen in hoher Qualitätseinstellung (5 bis 8 MB pro Bild).
Nun hatte ich zu jeder digitalisierten Serie zwei Ordner: einen mit NEFs und einen mit JPEGs. Die NEFs betrachtete ich nach der JPEG-Konvertierung zunächst als abgehakt; ich werde erst später wieder darauf zugreifen, wenn ich beim Nutzen einzelner Bilder hohe Qualität brauche oder größere Korrekturen machen muss.

Die JPEGs bedurften aber hinsichtlich späterer Vorschau-Nutzung noch einer Nachbehandlung, denn bedingt durch meine Digitalisierungsmethode waren alle Bilder kopfstehend und seitenverkehrt.

Um das zu ändern, bediente ich mich der verlustfreien JPEG-Operationen von IrfanView. Hier kann man in der Thumbnail-Ansicht alle Bilder eines Ordners markieren und dann über "Verlustfreie Rotation" mit "Vertikal spiegeln" in die richtige Position bringen.

Anschließend markierte ich noch alle Hochformate und erledigte mit derselben Funktion auch das Drehen verlustfrei.

Soweit ich mit den NEFs experimentierte und versuchte, mehr Qualität rauszuholen, benutzte ich als RAW-Konverter Nikon Capture 4.4. Wenn man einzelne Bilder bearbeitet, kann man das vertikale Spiegeln und das Drehen von Hochformaten bereits in Nikon Capture erledigen, d. h. hierfür ist dann kein weiterer Schritt mehr nötig.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: November 2009

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