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Dias schnell digitalisieren

Dieser sowie die nachfolgenden Artikel beschreiben meine Erfahrungen mit dem Digitalisieren von Dias mittels umgerüstetem Diaprojektor, DSLR und Macroobjektiv. Es ist keine Anleitung nach dem Motto "So und nicht anders", sondern zeigt einfach den Weg, den ich für meinen eigenen Zweck gewählt habe.

Wer Ähnliches plant, kann mein Verfahren übernehmen oder es für seine Zwecke abwandeln (oder aus meinen Fehlern und Problemen lernen und es gleich ganz anders machen).

Klaus Wagner hat eine eigene Variante im DSLR-Forum vorgestellt.

Peter Danninger beschreibt seinen Eigenbau und seine Erfahrungen auf der Seite der Ottobrunner Senioren.

Eine weitere Variante gibt es im Blog von PeschiMo aus der Schweiz.

Fazit nach vollendeter Arbeit

Ich bin mit dem Ergebnis der Aktion sehr zufrieden. Insgesamt habe ich 4086 Dias digitalisiert. Die Arbeit hat sich über ca. 6 Tage hingezogen; hätte ich mich auf das Dia-Digitalisieren beschränkt und an diesen Tagen nicht noch andere Dinge getan, wäre es wahrscheinlich auch in 3 Tagen zu machen gewesen.

Die meiste Zeit verschlangen das Nachjustieren der Vorrichtung sowie die Vorbereitung der Dias. Soweit ich nur Hochformate drehen musste, ging es schnell. Es waren aber auch Serien dabei, die ich erst noch glaslos umrahmen und/oder aus diversen Schachteln in Diamagazine einsortieren musste.

Die erzielte Bildqualität ist, wenn man erst ein wenig herumprobiert und die optimalen Werte im RAW-Konverter gefunden hat, sehr gut. Ein zum Vergleich herangezogener Nikon Coolscan 5000 liefert natürlich noch etwas sauberere Details, weniger Artefakte und etwas mehr Dynamik - und er kann Kratzer und Staub automatisch korrigieren.
Aber man muss das auch relativ sehen: Der Zeitaufwand fürs Scannen wäre erheblich größer gewesen, so dass ich niemals alle 4086 Dias mit dem Nikon bearbeitet hätte. Statt einer Auswahl in bestmöglicher Qualität habe ich nun wirklich alle Dias in Okay-Qualität auf Festplatte. Das ist für mich weit nützlicher.

Es ist erstaunlich, welche fotografischen Schätze (fast vergessene Bilder mit persönlichem Wert) ich im Rahmen der Aktion wiederentdeckt habe. In nächster Zeit werde ich bestimmt viele davon auf die eine oder andere Weise verwerten, z. B. auf meinem LCD-TV der Verwandtschaft vorführen, Galerien ins Internet stellen oder einfach Abzüge davon bestellen. Das Suchen und Sortieren in einem digitalen Archiv ist erheblich schneller (und macht mehr Spaß) als das Wühlen in einem großen Dia-Schrank.

Die Methode, Dias mit Hilfe einer DSLR abzufotografieren, kann ich Besitzern größerer Dia-Archive also sehr empfehlen. Wichtig ist aber eine gute Vorbereitung, insbesondere ein genaues Justieren der Kamera sowie ein sorgfältiges Austesten der Belichtung im Hinblick auf die vollständige Erfassung des Dichteumfangs. Auch die RAW-Konvertierung und Nachbearbeitung der Bilder will durchdacht sein. Der Versuch, "mal schnell" ein paar Dias abzufotografieren, wird bestimmt nicht zu guter Qualität führen.
Die vorbereitenden Arbeiten fallen jedoch hauptsächlich am Anfang an; danach geht das Digitalisieren sehr schnell.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: Februar 2014

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