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Was es mit PPI und DPI auf sich hat

Seit Jahren ein absoluter Klassiker in den Foto-Foren: die Frage nach der Bedeutung der dpi- oder ppi-Zahl einer Bilddatei. Man könnte meinen, der Sachverhalt sei mittlerweile oft genug erklärt worden, aber leider liest man in diesem Zusammenhang immer noch viele unsinnige Angaben.

Gutgemeinte, vereinfachende Erklärungen wie "Die DPI-Zahl kann man einfach ignorieren!" helfen leider auch nicht immer weiter - denn die Ratsuchenden fragen sich zu Recht, warum es die Zahl dann überhaupt gibt.

Es gehört zu den Dingen, die man als (Hobby-)Fotograf und Bildbearbeiter einfach einmal kapieren muss. Der "Groschen" muss einmal fallen. Sobald man es verstanden hat, ist es ganz einfach.

Hier kommt ein neuer Erklärungsversuch. Da die vereinfachenden Erklärungen immer nur die halbe Wahrheit enthalten, gibt es hier mal die ausführliche Version. So viel Zeit muss sein.

PPI oder DPI?

Das Kürzel "PPI" steht für "Pixels Per Inch", also auf deutsch "Pixel pro Zoll". Es beschreibt die relative Auflösung eines Fotos, das in einer bestimmten Größe auf Papier gedruckt wird. Man könnte auch von Pixeldichte sprechen.
Davon abzugrenzen ist die absolute Auflösung (eine bestimmte Zahl von Pixeln in horizontaler und vertikaler Richtung), die von der Ausgabegröße unabhängig ist.

Häufig ist von "DPI" die Rede. Das steht für "Dots Per Inch" und ist eigentlich ein Auflösungsmaß aus der Drucktechnik (technische Punktauflösung eines Druckverfahrens). Durch Missverständnisse und falsche Angaben - auch innerhalb von Bildbearbeitungsprogrammen - hat sich allerdings das Einheitenkürzel DPI zu einen Quasi-Synonym für PPI entwickelt. Wenn Sie also irgendwo lesen, ein Foto hätte soundsoviele DPI, geht es in Wirklichkeit immer um PPI.

Im Umfeld von Fotografie und Bildbearbeitung gilt heute: Mit DPI und PPI ist dasselbe gemeint.

Falls Sie es genauer wissen wollen, folgt hier noch die ausführliche Erklärung:

Wenn es um digitale Fotos geht und deren Auflösung relativ zur Druckgröße, sollte immer die Einheit PPI verwendet werden.

Wenn es um technische Druckpunkte geht, wird immer die Einheit DPI verwendet. Zum Beispiel die Auflösung des Laserbelichters, der Druckplatten für den Offsetdruck erstellt, kann man in DPI messen. Beim Druck von Texten und Linien wird diese Punktauflösung (meist über 2000 dpi) voll genutzt; daher werden diese Elemente im Druck sehr scharf wiedergegeben. Fotos und farbige Flächen müssen jedoch gerastert werden, d. h. Druckpunkte werden zu Rasterpunkten gebündelt. Die erzielbare Detailauflösung im Fotodruck ist also wesentlich geringer als der DPI-Wert vermuten ließe.

Neben diesen beiden eindeutigen Definitionen gibt es noch Grenzfälle, wo die Einheiten DPI und PPI nicht ganz so klar getrennt sind. In der Fachliteratur finden sich tatsächlich zwei Definitionen, die sich widersprechen. Man muss davon ausgehen, dass es nie eine klare Norm gegeben hat. Das mag mit der technikhistorischen Entwicklung zusammenhängen; vermutlich gab es zuerst nur die Einheit DPI, und die Einheit PPI kam erst später als Ergänzung hinzu.
Die eine Definition verwendet DPI ausschließlich für die oben genannten technischen Druckpunkte und wendet überall dort, wo vollfarbige Pixel vorhanden sind, die Einheit PPI an. Also die Punktauflösung einer Druckmaschine würde man in DPI messen, aber die Auflösung eines Fotobelichters, eines Thermosublimationsdruckers oder eines Monitors in PPI. An diese Definition halte ich mich im weiteren Verlauf dieses Artikels.
Die andere Definition trennt nach Eingangs- und Ausgabeauflösung: Alle Ausgabegeräte, also auch Fotobelichter, Monitore etc. werden demnach in DPI gemessen, während die Einheit PPI nur auf die relative Auflösung von Billddateien angewendet wird.

In Anbetracht dieses Definitions-Durcheinanders ist es kein Wunder, dass die Einheiten heute ziemlich willkürlich gewählt werden. Dabei liest man DPI sehr viel häufiger als PPI - auch wenn meist PPI die korrekte Einheit wäre.

Berechnung von PPI

In den Vereinigten Staaten, aus denen die Normen der Computertechnik stammen, ist das Inch (Zoll) ein sehr gebräuchliches Längenmaß, während bei uns in Europa die metrischen Maße dominieren. Bei Bedarf müssen wir umrechnen: 1 Inch = 2,54 cm

Beispiel:
Ein digitales Foto hat eine absolute Auflösung von 2000 x 3000 Pixeln.
Nun drucken wir dieses Foto in 20 x 30 cm Größe auf Papier. Diese 20 x 30 cm sind laut obiger Umrechnung 7,87 x 11,81 Inch.
Somit ergibt sich eine relative Auflösung von 2000 Pixeln geteilt durch 7,87 Inch auf der kurzen Seite und 3000 Pixeln geteilt durch 11,81 Inch auf der langen Seite. Beide Werte betragen (gerundet) 254 Pixel pro Inch, also 254 ppi.

Je kleiner man ein Bild druckt, umso höher wird (ganz von selbst) die relative Auflösung: Wenn wir dieselbe Bilddatei mit den unveränderten 2000 x 3000 Pixeln nur 6 x 9 cm groß drucken wollen, sind das 2,36 x 3,54 Inch. Teilt man 2000 Pixel durch 2,36 Inch oder 3000 Pixel durch 3,54 Inch, ergeben sich jeweils 847 ppi.

Man kann die Rechnung auch umdrehen, z. B. wenn man wissen will, wie groß man ein Bild maximal drucken kann, ohne eine bestimmte Pixeldichte zu unterschreiten:
Angenommen, ein Druckverfahren benötigt für gute Druckqualität mindestens 150 ppi. Für die kurze Seite gilt dann: 2000 Pixel geteilt durch 150 ppi sind 13,33 Inch (33,9 cm). Für die lange Seite gilt: 3000 Pixel geteilt durch 150 ppi sind 20 Inch (50,8 cm).
Um eine relative Auflösung von 150 ppi nicht zu unterschreiten, kann man das Bild also maximal 50,8 x 33,9 cm groß drucken.

Relative Bildauflösung gegen Druckauflösung

Manche Ausgabeverfahren haben keinen genau definierten ppi-Wert. Insbesondere betrifft das den Tintenstrahldruck, der auf zufälliger Streuung von Farbpunkten beruht. Aber auch dem Offsetdruck mit seiner Mischung aus einfarbigen Elementen und Druckraster lässt sich keine allgemeingültige ppi-Zahl zuordnen.
Auf der anderen Seite gibt es Verfahren mit einem festen Raster aus vollfarbigen Pixeln; das ist z. B. bei Ausbelichtungen und Thermosublimationsdrucken der Fall, aber auch auf Monitoren. Dann kann man dem Ausgabemedium eine Geräteauflösung zuordnen. Etwa die Fotobelichter, die heute in Laboren eingesetzt werden, haben Eigenauflösungen von 254 bis 400 ppi. (Ob in diesem Fall DPI oder PPI die korrekte Einheit ist, ist selbst unter Fachleuten umstritten, siehe ausführliche Definition oben.) Auch Monitore haben ein festes Pixelraster, das je nach Modell von 72 bis über 200 ppi reichen kann.

Wird ein Foto auf einem Medium mit festem Pixelraster ausgegeben, kann man es "pixelgenau" wiedergeben. Das bedeutet, dass jeder Pixel der Datei genau zu einem Pixel des Ausgabemediums wird. Die Wiedergabe von Fotos auf Internetseiten am Monitor funktioniert fast immer so, und auch die "100-Prozent-Ansicht" im Bildbearbeitungsprogramm. Als Spezialfunktion erlauben sogar manche Fotolabore eine pixelgenaue Ausbelichtung. Aber das ist eine Ausnahme - und nur für Kunden zu empfehlen, die damit umzugehen wissen.
Ansonsten haben wir es oft mit zwei Auflösungen zu tun: der relativen Auflösung des Bildes und ggfs. der Auflösung des Wiedergabemediums. Dazwischen besteht kein zwingender Zusammenhang. Denn im Normalfall wird das Bild eben nicht pixelgenau verarbeitet, sondern auf das Punkt- oder Pixelraster des Wiedergabegerätes umgerechnet. Im Fall der pixelbasierten Medien wie Fotobelichter oder Monitor ist das eine simple Umskalierung, während für Tintelstrahl- oder Offsetdruck komplexere Umrechnungen nötig sind. Das alles wird kaum noch irgendwo erwähnt, weil es weitgehend automatisiert ist (z. B. im Druckertreiber). Zum Verständnis der Grundlagen ist es aber wichtig.

Die relative Auflösung eines Bildes ist etwas ziemlich Abstraktes. Am besten stellen wir uns dafür ein Ausgabemedium vor, das beliebig kleine oder große Pixel darstellen kann. In Wahrheit gibt es so ein Ausgabemedium nicht; die relative Auflösung existiert nur virtuell und muss zur tatsächlichen Ausgabe auf die Auflösung oder das Druckraster des Ausgabemediums umgerechnet werden. Anders gesagt: Die relative Auflösung des Bildes ist nur ein Gedankenmodell.

Naturgemäß ist die relative Auflösung des Bildes kein fixer Wert, sondern stets von der tatsächlichen Ausgabegröße abhängig. In kleinerem Format ergibt sich ein höherer PPI-Wert, in größerem Format ergibt sich ein niedrigerer PPI-Wert. Doch letztlich kommt es darauf an, aus wievielen Pixeln ein digitales Foto insgesamt besteht. Welche relative Auflösung sich daraus beim Druck ergibt, muss man als Nutzer gar nicht unbedingt wissen.

In der Praxis hat der relative Auflösungswert häufig die Funktion eines Qualitätsmessers: Es existieren nämlich Erfahrungswerte und Empfehlungen, wie hoch das Bildmaterial für ein bestimmtes Ausgabeverfahren aufgelöst sein sollte. Etwa für kleinformatige Ausbelichtungen und Drucke wird als Mindestauflösung oft 200 ppi empfohlen, für Posterdrucke etwa 100 ppi. Liegt der PPI-Wert auf dieser Höhe oder darüber, gilt das Bild als verwendbar. Liegt er darunter, muss theoretisch mit Qualitätseinbußen gerechnet werden. (In der Praxis darf man die Tauglichkeit eines Bildes für große Druckformate nicht allein am PPI-Wert festmachen, siehe hier.)

PPI-Wert in der Bilddatei

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, an dem im Alltag die häufigsten Fehldeutungen passieren. Von daher ist dieser Punkt, so windig er zunächst aussehen mag, besonders wichtig.

Wir wir oben gesehen haben, hängt die relative Auflösung eines digitalen Bildes von seiner Ausgabegröße ab. Bevor ein Bild ausgegeben wird, dürfte noch gar kein relativer Auflösungswert existieren - denn der ergibt sich ja erst, wenn die Druckgröße feststeht. Schaut man sich die Metadaten einer Bilddatei an, findet man darin jedoch einen scheinbar feststehenden Wert: Zum Beispiel die Bilder aus Digitalkameras sind häufig mit 72 ppi, manchmal auch mit 300 ppi gekennzeichnet.

So ein fester Wert wird von Leuten, die die Grundlagen nicht verstanden haben, fast immer falsch gedeutet, so als habe er eine absolute Aussagekraft. Dabei ist es so simpel:

Der PPI-Wert in einer Bilddatei ist nur ein unverbindlicher Vorschlag für die Ausgabegröße.

Jeder PPI-Wert stellt eine Verbindung zwischen einer Pixelgröße und einer (längenmäßigen) Ausgabegröße her. Der PPI-Wert in der Datei ist ein Beispiel dafür, welche relative Auflösung sich ergibt, wenn man das Bild in einer bestimmten Größe druckt.

Der PPI-Wert in einer Bilddatei sagt nichts - und ich meine GAR NICHTS - über die technische Qualität des Bildes aus.

Entscheidend für den technisch möglichen Detailreichtum eines Fotos ist seine absolute Auflösung, also die Zahl der Pixel in horizontaler und vertikaler Richtung. Wenn ich die absolute Auflösung kenne, kann ich mir den PPI-Wert für ein gewünschtes Ausgabeformat selber ausrechnen. Der PPI-Wert, der in der Datei steht, ist hierfür irrelevant.
Wenn ich aus irgendeinem Grund einen anderen PPI-Wert in der Datei stehen haben möchte, kann ich ihn jederzeit ändern. Das ist ein verlustfreier Vorgang, denn es werden nur Metadaten geändert; die Bilddaten als solche bleiben unangetastet.

Sinn und Zweck eines PPI-Wertes in der Bilddatei

An dieser Stelle kann man sich fragen, wozu jede Bilddatei einen Wert für die relative Auflösung enthält, wenn dieser Wert bedeutungslos ist. Tja, ganz bedeutungslos ist er dann doch nicht. Er hat in bestimmten Konstellationen eine praktische Bedeutung im Workflow. Es gibt Anwendungen, wo ein sinnvoller Vorschlag für die Druckgröße nützlich sein kann.

Um das zu verstehen, schaut man sich am besten die Anfänge der Bildbearbeitung an: Digitale Kameras gab es damals noch nicht. Es wurde analog fotografiert, und die Fotos wurden gescannt. Beim Scannen war es interessant, einen festen Bezug zur Originalgröße der Vorlage zu erhalten - und dies führte zur Einführung des PPI-Wertes (der auch damals schon oft DPI-Wert genannt wurde). Druckt man einen Scan auf Papier und richtet die Druckgröße dabei so ein, wie der PPI-Wert der Datei sie vorgibt (er entspricht in diesem Fall der Scan-Auflösung), wird die Kopie wieder genauso groß wie das Original. Ohne PPI-Wert wäre nach dem Scannen nur noch die absolute Auflösung bekannt - und die allein sagt nichts über die Originalgröße aus, weil man mit verschiedenen Scan-Auflösungen arbeiten kann.
Der PPI-Wert wird ferner als Maß für die Scan-Auflösung (Detailgenauigkeit eines Scan-Verfahrens) verwendet. Er gibt dann an, mit welcher Pixeldichte die Vorlage abgetastet wird. Zum Beispiel ein Scan mit 600 ppi ist genauer als einer mit 300 ppi.

In unverarbeiteten Bildern aus digitalen Kameras hat ein PPI-Wert keinen wirklichen Sinn, weil es da keinen Bezug zur Originalgröße des Motivs gibt. Sinnvoll könnte allenfalls die spätere Festlegung eines Wertes sein, der zur geplanten Weiterbearbeitung passt. Aber die meisten Dateiformate sehen die Speicherung eines PPI-Wertes vor, und deshalb muss die Kamera - schon aus Kompatibiliätsgründen - irgendeinen Wert reinschreiben. An vielen Kameras kann man diesen Wert im Menü daher frei wählen. Dasselbe gilt für RAW-Konverter, wenn sie JPEG- oder TIFF-Dateien ausgeben sollen.

Ob der PPI-Wert in einer Bilddatei eine Bedeutung für den Workflow hat, entscheidet sich in der Software, mit der man die Bilddatei öffnet. Manche Programme nutzen den Wert zumindest als Voreinstellung, andere ignorieren ihn komplett. Eine Bedeutung für die Qualität des Fotos hat er jedoch nie.

Wo der PPI-Wert der Datei ignoriert wird

Auf jeden Fall ignoriert wird der PPI-Wert dort, wo digitale Fotos pixelgenau wiedergegeben werden. Prominentestes Beispiel ist die Darstellung von Fotos in Browsern: Solange keine abweichende Zoom-Einstellung vorgegeben ist, ist die Darstellung von Fotos im Browser stets pixelgenau. Und selbst wenn man den Ansichts-Zoom ändert, oder wenn eine Webseite eine eigene Skalierung betreibt, richtet sich die Darstellung stur nach dem eingestellten Zoomfaktor (bezogen auf die absolute Auflösung) und nicht nach dem festgelegten PPI-Wert.

Auch Bildbetrachtungsprogramme ignorieren den PPI-Wert der Datei. Wenn man sich Fotos am eigenen Bildschirm anschaut, will man sie ja entweder auf die volle Bildschirmgröße skalieren, um das Bild als Ganzes zu sehen, oder man schaut sich bewusst einen Ausschnitt an (z. B. in der pixelgenauen 100-Prozent-Ansicht an, um die technische Qualität zu überprüfen). In keinem dieser Fälle benötigt man einen vorgegebenen PPI-Wert.

Ebenfalls ignoriert wird der PPI-Wert der Datei in allen Fällen, wo die Ausgabegröße eines Fotos bereits vorab feststeht. Typischerweise gilt das für sämtliche Labore/Ausbelichter und Posterdruckdienste - denn dort bestellt man ja Fotos in einer ganz bestimmten Größe. Da hätte es überhaupt keinen Sinn, den PPI-Wert der Datei zu beachten - und die Firmen täten sich auch keinen Gefallen damit, weil der Großteil ihrer Kunden Laien sind, die den PPI-Wert nicht passend einstellen könnten.
Wenn Dienstleister einen PPI-Wert vorgeben, ist dieser als Mindest- oder Idealmaß für gute Druckqualität zu verstehen. Das hat dann aber nichts mit dem PPI-Wert zu tun, der in der Datei gespeichert ist, sondern mit dem tatsächlichen PPI-Wert, der sich aufgrund der bestellten Druckgröße ergibt.

Bedenkt man, dass die Darstellung auf dem Bildschirm sowie die Ausbelichtung im Labor etwa 95 Prozent der Fälle abdecken, in denen (Hobby-)Fotografen ihre Bilder ausgeben, hat es schon eine gewisse Berechtigung, den PPI-Wert einer Datei als irrelevant zu bezeichnen. Aber es sind eben nicht 100 Prozent - und früher oder später stolpert man doch mal über eine Anwendung, wo der gespeicherte PPI-Wert eine Bedeutung bekommt.

Wo und wie der PPI-Wert der Datei genutzt wird

Die meisten Bildbearbeitungs-, Layout- und Office-Programme lesen den PPI-Wert der Datei aus. Sie nutzen ihn zum einen als Voreinstellung für die Größe eingefügter Bilder, zum anderen als Grundlage interner Berechnungen; das gilt überall dort, wo ein Bezug zwischen Pixelgröße und realer Druckgröße notwendig ist.

Angenommen, man hat in einem Office- oder DTP-Programm eine Seite erstellt und fügt jetzt ein Foto ein: Dann muss das Programm irgendwie entscheiden, wie groß das Foto eingefügt wird - und da hat es sich eingebürgert, den PPI-Wert der Datei als Maßstab zu nehmen. Natürlich ist das nur ein Ausgangswert, denn man kann die Größe des Fotos ja hinterher noch beliebig ändern.
Falls die Bilddatei auf einer gescannten Vorlage basiert, hat die Anwendung des PPI-Wertes der Datei sogar einen erkennbaren Nutzen: Sie wird dann genau in Originalgröße eingefügt (was erwünscht sein kann, z. B. wenn man seine Unterschrift gescannt hat und in einen Brief einbaut).
Falls die Bilddatei aus einer digitalen Kamera stammt, ist die Anwendung des PPI-Wertes weniger sinnvoll - denn in Fotos aus Digitalkameras ist er willkürlich festgelegt. Weist die Kamera alle Bilder mit 72 ppi aus (das entspricht einem alten Monitorstandard und ist daher noch weit verbreitet), kann das für die Weiterverarbeitung sehr unhandlich sein: Ein 24-Megapixel-Bild (6000 x 4000 Pixel) kommt dadurch auf eine Ausgabegröße von 211 x 141 cm. Wenn die Software das konsequent umsetzt, überragt so ein Bild eine A4-Seite um ein Vielfaches. Man kann es dann natürlich "kleiner ziehen", damit es aufs Papier passt - aber je nach verwendeter Software ist es in so einem Fall gar nicht so einfach, an die "Anfasser" heranzukommen. Manche Kameras kennzeichnen ihre Bilder mit 180 oder 300 ppi, was schon praktikabler ist. Aber selbst in 300 ppi kommt das besagte 24-MP-Bild noch auf 50,8 x 33,9 cm - womit es immer noch zu groß für die meisten Seitenlayouts ist.
Viele Layout- und Office-Programme sind mittlerweile intelligent genug, "übergroße" Bilder beim Einfügen automatisch auf Seitenbreite oder Randbreite zu bringen - also bewusst abweichend von der Größe, die die PPI-Zahl vorschlägt. Ist das nicht der Fall, kann es lohnen, in den Bildern vorab den PPI-Wert zu ändern; an manchen Kameras und RAW-Konvertern kann man von vornherein einen höheren Wert für neue Bilder vorgeben, und mit den üblichen EXIF-Manipulationsprogrammen kann man auch nachträglich den PPI-Wert verlustfrei ändern. Dadurch erscheinen sie beim Import in der Layout-Software von vornherein kleiner und handlicher. Größer ziehen kann man sie ja immer noch - und das ist qualitativ kein Nachteil, weil das Bild intern so oder so mit voller Pixelauflösung verarbeitet wird. Nur als Anhaltspunkt: Ich empfehle als Voreinstellung für 24-Megapixel-Kameras mindestens 800 ppi und für 12-Megapixel-Kameras mindestens 600 ppi. So passen die Bilder nach dem Einfügen noch quer auf ein A4-Blatt und überragen nicht die Seite.

Eine weitere Gelegenheit, wo der PPI-Wert einer Datei als Voreinstellung dient, ist die Druckfunktion eines Bildbearbeitungsprogrammes: Standardmäßig wird ein Bild in 100 % Größe gedruckt - und diese Größe errechnet das Programm aus der absoluten Auflösung (Pixelgröße) und dem eingebetteten PPI-Wert. Nur wenn das Bild dann zu groß für das gewählte Papierformat wäre, reduzieren es die meisten Programme auf eine Größe unter 100 %. Außerdem kann man als Nutzer natürlich die Druckgröße selbst anpassen: Wenn die Datei z. B. auf 10 x 15 cm bei 600 ppi voreingestellt ist, kann man sie problemlos auf 200 % "vergrößert" ausdrucken - dann erhält man 20 x 30 cm bei immer noch 300 ppi. Alternativ kann man vorab den PPI-Wert ändern; das ändert nichts an den Bilddaten als solchen, aber es ändert die Definition, was als 100 % angesehen wird.

Wann immer innerhalb eines Bildbearbeitungsprogrammes zwischen Längenmaßen und Pixelmaßen umgerechnet werden muss, wird die PPI-Zahl der Datei als Grundlage genommen. Als Anwender bekommt man das besonders beim Einfügen von Schriften zu spüren: Die Schrifthöhe kann man ja nicht nur in Pixeln, sondern auch in Längenmaßen wie Inch/Zoll, Millimetern oder Punkt (Längenmaß aus der Welt des Buchdrucks) vorgeben. Fügt man auf diese Weise Schriften in Bilddateien ein, müssen sie intern in Pixel umgerechnet werden - und dazu dient die PPI-Zahl als Umrechnungsfaktor.
Mal ein praktisches Beispiel, bevor es zu abstrakt wird: Ich habe eine Bilddatei mit 3000 x 2000 Pixeln Gesamtgröße bei 300 ppi, was einer theoretischen Druckgröße von 10 x 6,7 Inch entspricht, also 25,4 x 16,9 Zentimeter. Da füge ich jetzt eine Schrift in 20 mm Höhe ein, und aufgrund der vorgegebenen PPI-Auflösung entspricht das 236 Pixeln. Angenommen, ich habe eine weitere Bilddatei mit ebenfalls 3000 x 2000 Pixeln, die aber mit 72 ppi gekennzeichnet ist - zum Beispiel, weil ich sie vorher noch mit einer anderen Software bearbeitet habe, die den ppi-Wert ungefragt geändert hat. Wenn ich dort ebenfalls eine Schrift in 20 mm Höhe einfüge, entspricht das nur noch 57 Pixeln. Die Schrift wird also im Gesamtbild viel kleiner. Wenn ich die Schrifthöhe jedoch in Pixeln eingebe, wird sie in Relation zum Gesamtbild immer gleich groß - egal, wie der PPI-Wert der Datei aussieht.
Es will also gut überlegt sein, ob man die Größe einzufügender Elemente in einem Längenmaß oder im Pixelmaß vorgibt: Für Layouts, die gedruckt werden sollen, wird man eher Längenmaße verwenden. Für reine Bilddateien, die z. B. im Internet veröffentlicht werden sollen, verwendet man besser Pixelmaße; ein absolutes Längenmaß gibt es da nicht, weil die Monitore der Betrachter ganz verschiedene Auflösungen haben und daher dieselben Bilder größer oder kleiner darstellen.

PPI-Werte nachträglich ändern

Wie schon mehrfach erwähnt, lässt sich der PPI-Wert einer Datei nachträglich verlustfrei ändern. Am einfachsten geht das mit EXIF-Manipulationsprogrammen und Bildbetrachtern, die verlustfreie Metadaten-Manipulationen erlauben: Bei Speichern bleiben dann die Bilddaten gänzlich unangetastet. Aber auch innerhalb von Bildbearbeitungsprogrammen kann man im Zuge der Bearbeitung jederzeit den PPI-Wert anpassen.

Die bloße Änderung des PPI-Wertes (der leider in vielen Programmen immer noch DPI-Wert heißt) bedeutet eine Änderung der Relation zwischen absoluter Auflösung und Druckgröße. Wenn ein Bild eine absolute Auflösung von 1200 Pixeln in der Breite und laut Metadaten z. B. 300 ppi relative Auflösung hat, ist es genau 4 Inch (10,16 cm) breit. Ändert man nun den Wert auf 600 PPI, ist das Bild laut Metadaten nur noch 2 Inch (5,1 cm) breit. Oder wenn man das Bild auf eine Druckbreite von genau 8 cm (= 3,15 Inch) einstellen möchte, errechnet sich der PPI-Wert aus den absoluten 1200 Pixeln geteilt durch 3,15 Inch - also 381 ppi.
Gute Einstelldialoge in Bildbearbeitungsprogrammen erlauben die flexible Einstellung einzelner Werte, und die anderen passen sich dann jeweils an. So müsste man im vorliegenden Fall den PPI-Wert nicht selber ausrechnen, sondern nur die Breite von 8 cm oder 80 Millimetern vorgeben. Das Programm zeigt dann unmittelbar den sich ergebenden PPI-Wert an. Solange man proportional arbeitet (also das Seitenverhältnis des Bildes nicht verzerrt), ist der PPI-Wert für Breite und Höhe des Bildes identisch - und aus der neuen Breite ergibt sich anhand des Seitenverhältnisses automatisch die Höhe (und umgekehrt).
Doch man muss es an dieser Stelle nochmal erwähnen: Das alles hat natürlich nur dann einen Sinn, wenn das Bild mit einer Software weiterverarbeitet wird, die den PPI-Wert überhaupt auswertet (siehe oben).

Man muss unterscheiden zwischen der reinen Änderung des PPI-Wertes und der Änderung/Umskalierung der absoluten Auflösung. Manche Programme erlauben nämlich beides in einem gemeinsamen Einstelldialog; da gilt es dann aufzupassen, um nicht versehentlich eine ungewollte Skalierung vorzunehmen.
Wenn man aus irgendeinem Grund gleichzeitig die relative Auflösung und die Druckgröße auf vorgegebene Werte bringen möchte, muss man auch die absolute Auflösung ändern - und das bedeutet Skalierung. Skalierungen sind prinzipbedingt verlustbehaftet, und man sollte sie im Kontext von Layout und Druck nur vornehmen, wenn es einen guten Grund dafür gibt. Oft genügt es, stattdessen die PPI-Zahl anzupassen oder einfach das Bild im Layoutprogramm oder im Druckdialog auf die gewünschte Größe zu ziehen. Im Fall der Ausbelichtung braucht es gar keine Anpassung, weil das Labor die Bilder automatisch auf die bestellte Größe rechnet. (Ein Ausnahmefall wäre, wenn man die absolute Auflösung der Bilddaten bewusst verkleinert, um Übertragungs-Bandbreite zu sparen - siehe auch hier.)
Anders ist das im Kontext pixelgenauer Wiedergabe, z. B. die Vorbereitung von Fotos für Internetseiten: Hier hat man gar keine andere Wahl als zu skalieren. Eine Änderung des PPI-Wertes wäre hier wirkungslos, weil die Browser ihn nicht beachten.

Verbreitete Fehler und Missverständnisse

Ja, das Thema PPI und DPI hat seine Tücken, gerade für Einsteiger. Aber so kompliziert, dass man dafür studieren müsste, ist es dann auch wieder nicht. Umso erstaunlicher ist, dass selbst im bildverarbeitenden Gewerbe noch eine Menge Leute unterwegs sind, die es nicht kapiert haben. Anders kann man sich die vielen unsinnigen Angaben nicht erklären, die man z. B. als Qualitätsanforderungen für das Einschicken von Fotos lesen muss.

Irgendjemand hat vor langer Zeit mal die Faustregel in die Welt gesetzt, Bilder müssten für den Druck 300 ppi/dpi haben. Diese Faustregel ist, wenn man sie korrekt anwendet, nicht schlecht: Eine relative Auflösung von 300 ppi ist sowohl für den Offsetdruck als auch für andere Papier-Ausgabeverfahren ein guter Mindeststandard. Allerdings wird dann häufig der Zusammenhang mit der Druckgröße übersehen, und dem PPI-Wert einer Datei wird die absolute Gültigkeit zugesprochen. Da fängt der Unfug an.

Schon etliche Fotografen haben vom Zwist mit Redakteuren oder Verlagsangestellten berichtet, die aufgrund des PPI-Wertes bestimmte Fotos nicht annehmen wollten. Die Auflösung betrage nur 72 ppi, und das sei zu niedrig, weil der Verlag nur Bilder mit 300 ppi verwenden könne. Der Einwand des Fotografen, es seien doch 24-Megapixel-Fotos, und die reichten in 300 ppi für rund 50 cm Druckbreite, verhallt in solchen Fällen unverstanden, weil die Gesprächsparter die Zusammenhänge nicht verstehen und nur den fixen PPI-Wert der Datei beachten. Am Ende vermeiden Fotografen häufig den offenen Streit, indem sie die Bilder mit geänderten Metadaten nochmal hochladen - was technisch in diesem Fall sinnlos ist, aber kurzfristig den Ansprechpartner zufriedenstellt.

Weiteres Beispiel: Eine Foto-Zeitschrift, in deren Redaktion man durchaus Sachkenntnis erwarten dürfte, veranstaltet einen Fotowettbewerb. In den Teilnahmebedingungen heißt es: "Ihre Bilder sollten eine Auflösung von 300 dpi bei einer minimalen Kantenlänge von 1500 Pixeln haben." Wer selber Ahnung hat, schüttelt über solchen Unfug nur den Kopf. Aber wer noch Anfänger ist, wird durch derlei Angaben unnötig verwirrt und fragt sich, wie und wo er jetzt 300 ppi einstellen soll. Es hätte in diesem Fall völlig gereicht, eine Kantenlänge von 1500 Pixeln vorzugeben: Das beschreibt die absolute Auflösung und ist ein sinnvoller Qualitätsmaßstab. Die zusätzliche Nennung der "300 dpi" ist nicht nur überflüssig, sondern hier sogar irreführend.

Ich führe diese Beispiele nicht auf, um unkundige Redakteure bloßzustellen (obwohl das bestimmt auch nicht schadet). Es geht mir eher darum, unnötiger Verwirrung vorzubeugen. Wenn man erst mal weiß, dass im Zusammenhang mit DPI oder PPI viel Unsinn gesagt und geschrieben wird (sogar von vermeintlichen Fachleuten), verzweifelt man als Einsteiger nicht mehr so leicht daran.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: April 2014