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Farbmanagement und Software

Internetbrowser

Erst in jüngerer Zeit taucht das Farbmanagement auch in Internetbrowsern auf, und das ist längst überfällig. Bisher geben alle Browser die Bilder im unkorrigierten Monitorfarbraum aus. Jeder Benutzer sieht die Farben daher etwas anders. Man empfiehlt zwar für Web-Bilder meist den sRGB-Farbraum (weil er ein Durchschnitts-Monitorfarbraum ist), aber das führt mangels Farbmanagement noch nicht zu einer wirklich farbverbindlichen Anzeige und kann auf Monitoren, deren Farbraum stark von sRGB abweicht, völlig daneben liegen. Unkundige Benutzer stellen gelegentlich auch AdobeRGB-Bilder oder ProPhotoRGB-Bilder unkonvertiert ins Netz - und wundern sich dann, dass diese im Browser viel blasser aussehen als in ihrem Bildbearbeitungsprogramm.

Die Lösung des Problems liegt in zwei Bereichen: Die Nutzer müssen ihre Monitore kalibrieren und profilieren, und die Browser müssen Farbmanagement unterstützen. Während man die Kalibrierung/Profilierung noch behelfsweise durch Profile der Monitorhersteller ersetzen kann (denn nicht für jeden Gelegenheitssurfer lohnt sich ein Colorimeter), führt an der Farbmanagement-Fähigkeit der Browser längerfristig kein Weg vorbei.

Schon 1996 hatte das "World Wide Web Consortium" festgelegt, dass Internetbrowser ICC-Profile beachten sollen, und dass alle unprofilierten Elemente automatisch als sRGB interpretiert werden sollten. Das war und ist ein praxisgerechter Ansatz, aber erst seit Mitte 2008 wird er von Mozilla-Browsern (z. B. Firefox ab Version 3) vollständig umgesetzt. Und auch dort muss das Farbmanagement erst umständlich durch Eingriff in die Konfigurationsseite konfiguriert werden; wer kein Browser-Spezialist ist oder wenigstens irgendwo im Internet eine passende Anleitung findet, wird diese Funktion nie finden.

Die Mehrzahl der Browser (Firefox in Grundeinstellung, Google Chrome, Opera) schmücken sich zwar mittlerweile ebenfalls mit Farbmanagement-Fähigkeit, aber sie alle haben noch Defizite. Wirklich zuverlässig funktioniert nur die Anzeige von JPEGs mit eingebettetem Profil; mit anderen Dateiformaten gibt es gelegentlich Schwierigkeiten, und die Zuweisung von sRGB für unprofilierte Elemente klappt noch überhaupt nicht. Meist werden diese Teile der Internetseiten dann wieder unkonvertiert im Monitorfarbraum ausgegeben, so als wäre gar kein Farbmanagement vorhanden.

Hier finden Sie eine Testseite, mit der Sie die Farbmanagement-Fähigkeit Ihres eigenen Browsers im Detail überprüfen können.

Ausgerechnet Microsoft mit dem Internet Explorer (und genauso mit Edge) hat sich bisher nicht wirklich um Farbmanagement gekümmert und baut stattdessen ein irreführendes Pseudo-Farbmanagement ein (d. h. ohne Berücksichtigung des Monitorprofils). Von Farbverbindlichkeit kann hier also keine Rede sein, und gerade die Besitzer farbstarker Monitore haben von einem Pseudo-Farbmanagement nur Nachteile.

Der einzige Trost ist, dass die Bedeutung der Microsoft-Browser inzwischen stark abgenommen hat; Firefox und Google Chrome (die zumindest teilweise Farbmanagement beherrschen) sind heute auf Desktop- und Notebook-Rechnern viel weiter verbreitet. Dafür gewinnen Browser in mobilen Geräten auf Android- oder iOS-Basis immer mehr an Bedeutung, und leider müssen deren Browser-Varianten noch meist ohne Farbmanagement auskommen.

Webdesigner müssen also noch auf absehbare Zeit damit leben, dass ihre Inhalte auf jedem Monitor farblich anders rauskommen.

Allen Hobbyfotografen, die öfter auch in Fotogalerien und Foto-Foren unterwegs sind, sei hiermit die Verwendung eines farbmanagementfähigen Browsers ans Herz gelegt. Nach heutigem Stand empfehle ich Firefox.

Und hier kommt der Trick, wie man das Farbmanagement in Firefox (seit Version 3.5) einstellt:

Geben Sie in der Adresszeile about:config ein und bestätigen Sie die Sicherheitsfrage. Dann suchen Sie in der Liste den Eintrag gfx.color_management.mode und setzen den Wert auf 1. (Nach der Installation ist Firefox auf Mode 2 eingestellt, der nur ein eingeschränktes Farbmanagement ermöglicht.)

Wenn Sie schon dabei sind, suchen Sie gleich auch noch den Eintrag gfx.color_management.enablev4 und schalten ihn auf "true" um! Dann arbeitet das Farbmanagement auch mit den neueren v4-Profilen korrekt.

Autor: Andreas Beitinger
Letzte Änderung: August 2015

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